Lebensmittel- und Wassersicherheit im Ausland: Was essen, was meiden
Lebensmittel- und Wassersicherheit im Ausland: Was essen, was meiden
Reisedurchfall betrifft bis zu 70 % der Besucher in Hochrisikogebieten — verunreinigte Lebensmittel oder Wasser sind die Hauptursache. Die gute Nachricht: Die meisten lebensmittelbedingten Erkrankungen im Ausland lassen sich mit wenigen einfachen Gewohnheiten vermeiden.
Regeln zur Wassersicherheit
Die Leitungswasserqualität variiert weltweit erheblich. Im Zweifelsfall jedes Wasser als potenziell unsicher behandeln.
Nur abgefülltes oder aufbereitetes Wasser trinken
Prüfen Sie, ob das Siegel intakt ist. In manchen Ländern werden Flaschen mit Leitungswasser nachgefüllt.
Kein Eis in Getränken
Eis wird meist aus lokalem Leitungswasser hergestellt. Getränke ohne Eis bestellen.
Flaschenwasser zum Zähneputzen
Selbst kleine Mengen kontaminierten Wassers können Erkrankungen auslösen.
Vorsicht bei frisch gepressten Säften
Nur frisch vor Ihren Augen gepresster Saft ist sicher. Fertigsäfte können mit Leitungswasser verdünnt sein.
Wasseraufbereitungstabletten oder Filterflaschen mitnehmen
Backup-Lösung, wenn Flaschenwasser nicht verfügbar ist.
Sicher vs. riskant: Lebensmittel
Die klassische Regel: „Kochen, abkochen, schälen — oder vergessen." Was das in der Praxis bedeutet.
In der Regel sicher
- Frisch gekochtes, heißes Essen (dampfend serviert)
- Obst, das Sie selbst schälen (Bananen, Orangen, Mangos)
- Brot und trockene Backwaren
- Verpackte Snacks mit intaktem Siegel
- Heißer Tee und Kaffee (abgekochtes Wasser)
- Gut durchgegarter Reis, Nudeln und Getreide
Höheres Risiko — Vorsicht geboten
Rohe Salate und ungekochtes Gemüse
Möglicherweise mit kontaminiertem Wasser gewaschen
Buffetessen bei Raumtemperatur
Bakterien vermehren sich schnell zwischen 4-60 °C
Rohe oder halbgare Meeresfrüchte
Risiko für Vibrio, Hepatitis A und Parasiten
Nicht pasteurisierte Milchprodukte
Risiko für Brucellose, Listerien und E. coli
Rohes oder blutiges Fleisch
Salmonellen, E. coli und Bandwurmrisiko
Vorgeschnittenes Obst von Straßenständen
Möglicherweise mit Leitungswasser gewaschen
Street Food: Kluge Wahl
Street Food gehört zum Reisen — Sie müssen es nicht komplett meiden. Der Schlüssel ist die richtige Standauswahl.
Do: Stände mit hohem Umsatz und langen Schlangen wählen
Don't: Stände mit offen stehendem Essen meiden
Do: Zuschauen, wie Ihr Essen frisch zubereitet wird
Don't: Aufgewärmte oder warmgehaltene Speisen meiden
Do: Frittiertes, Gegrilltes oder Gekochtes wählen
Don't: Rohe Beilagen und offene Soßen meiden
Do: Dort essen, wo Einheimische essen
Don't: Orte mit Fliegen oder sichtbarem Schmutz meiden
Risiko nach Region
Das Risiko ist nicht überall gleich. Die WHO klassifiziert Regionen nach Reisedurchfall-Häufigkeit:
Risiko nach Region
Hohes Risiko
Südasien, Südostasien, Subsahara-Afrika, Mittelamerika, Teile Südamerikas, Naher Osten & Nordafrika
Mittleres Risiko
Südeuropa, Karibik, Osteuropa, Russland, China, Südafrika
Geringes Risiko
Westeuropa, Nordamerika, Japan, Südkorea, Australien, Neuseeland
Wann zum Arzt
Die meisten Fälle von Reisedurchfall klingen in 1-3 Tagen ab. Suchen Sie ärztliche Hilfe bei:
Blut oder Schleim im Stuhl
Kann Dysenterie bedeuten — Antibiotika erforderlich
Fieber über 38,5 °C
Könnte auf bakterielle Infektion hindeuten
Schwere Dehydrierung (Schwindel, kein Urin)
Möglicherweise Infusion nötig
Durchfall länger als 3 Tage
Stuhluntersuchung kann nötig sein
Erbrechen verhindert Flüssigkeitsaufnahme
Dehydrierungsrisiko — Hilfe suchen
Schnellreferenzkarte
- Nur Flaschenwasser (Siegel prüfen)
- Kein Eis, es sei denn verifiziert
- Heißes, frisch gekochtes Essen
- Obst selbst schälen
- ORS-Beutel mitnehmen
- Hände vor jeder Mahlzeit waschen
- Handdesinfektion als Backup
- Im Zweifelsfall — lieber nicht
Gesundheitsrisiken für Ihr Reiseziel prüfen
Nutzen Sie Medova, um Lebensmittel- und Wasserhinweise, empfohlene Impfungen (Hepatitis A, Typhus) und Gesundheitswarnungen nachzuschlagen.
Wichtiger Hinweis
Dieser Leitfaden enthält allgemeine Informationen. Er ersetzt keine ärztliche Beratung. Konsultieren Sie einen Arzt für reisezielspezifische Empfehlungen.
