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Wie ernst?
Sterberisiko
Ja
Impfstoff verfügbar?
Zeit bis Symptome
Betroffene Länder
Aktive Ausbrüche
Stellen Sie sicher, dass Ihre Tdap-Auffrischimpfung aktuell ist (alle 10 Jahre). Keuchhusten ist weltweit endemisch und Ausbrüche treten in allen Ländern auf. Besonders wichtig beim Reisen mit oder Besuchen von Kleinkindern. Der „100-Tage-Husten" kann Reisepläne erheblich beeinträchtigen.
Durch Bordetella pertussis verursachte hochansteckende Atemwegserkrankung ("100-Tage-Husten"). Besonders gefährlich für Neugeborene und Säuglinge.
Hochansteckende Atemwegserkrankung mit starken Hustenanfällen.
Keuchhusten (Pertussis) wird durch Bordetella pertussis verursacht, ein gramnegatives Bakterium, das sich an den Flimmerepithelien des Respirationstrakts anheftet und Toxine produziert. Trotz hoher Impfquoten zählt Pertussis zu den häufigsten Impfkrankheiten in Deutschland; Impfschutz lässt nach ~5–10 Jahren nach.
Sofort ärztliche Notfallhilfe aufsuchen bei Säuglingen:
Blaue Lippen/Zyanose
Atemstillstand (Apnoe)
Trinkunfähigkeit
Erschöpfung/Schlaffheit nach Hustenanfällen
Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit
Schnelle Atmung zwischen den Hustenanfällen Erwachsene: Anhaltender Husten >3 Wochen mit Erbrechen.
Häufigste Anzeichen und Symptome
Inkubationszeit: 7–10 Tage (Bereich: 5–21 Tage). Katarrhalphase ist hochinfektiös (R0 bis 18).
1. Katarrhalphase (1–2 Wochen): Schnupfen, leichtes Fieber, Husten — klinisch kaum von erkältungsbedingtem Husten unterscheidbar; höchste Infektiosität
2. Paroxysmale Phase (2–8 Wochen): Typische Hustenanfälle:
Heftige Hustenstöße in Serie (5–15 Hustenreplikate)
Inspiratorischer Ziehton ("Keuchhusten-Reprise") nach dem Husten
Erbrechen, Erschöpfung, Zyanose möglich
Apnoe bei Säuglingen (ohne typischen Keuchton!)
3. Rekonvaleszenzphase (2–6 Wochen): Abklingende, aber persistierende Hustensymptome
Die Kenntnis der Symptome ist der erste Schritt zu einer schnellen Reaktion.
Typischer Krankheitsverlauf:
Atypische Verläufe: Erwachsene und geimpfte Kinder haben oft langanhaltenden Husten ohne klassisches Keuchen. Säuglinge <3 Monate können mit Apnoe statt Husten auffallen.
Wie diese Krankheit diagnostiziert wird
Kulturell + molekularbiologisch:
Nasopharyngeal-Abstrich: PCR (Methode der Wahl, positiv bis 3–4 Wochen nach Hustenbeginn)
Kultur (Bordet-Gengou-Agar): 5–7 Tage, nur in früher Katarrhalphase sinnvoll
Serologie (Anti-PT-IgG): bei Erkrankungsdauer > 3 Wochen Meldepflicht nach §6 IfSG.
Verfügbare Behandlungsmethoden
Antibiotika (wirken nur in Katarrhalphase kausal, danach supportiv):
Azithromycin: 500 mg Tag 1, dann 250 mg Tag 2–5 — First-Line; gut verträglich
Clarithromycin: 500 mg 2× tägl. 7 Tage — Alternative
Cotrimoxazol: bei Makrolid-Unverträglichkeit
Husten-Suppressiva (Codein etc.) sind bei Pertussis kontraindiziert
Isolierung bis 5 Tage nach Beginn der antibiotischen Therapie
Die meisten Fälle werden bei früher Diagnose wirksam behandelt.
Wie Sie sich schützen können
Impfung (azellulärer Pertussis-Impfstoff — aP, in Kombinationsimpfstoffen):
STIKO: Grundimmunisierung 3+1 Dosen (2., 4., 11. Monat + 5.–6. Lebensjahr)
Nestschutzstrategie: Impfung der Mutter in der Schwangerschaft (32.–37. SSW) → passiver Schutz für Neugeborene
Auffrischimpfung für Erwachsene mit Säuglingskontakt (Tdap statt Td!)
Impfung aller Enge-Kontaktpersonen eines Neugeborenen (Kokon-Strategie)
Vorbereitung ist der beste Schutz.
Pertussis kommt weltweit vor und zirkuliert in allen Ländern — auch in solchen mit hohen Impfquoten. Reisende mit regelmäßigem Kontakt zu Säuglingen: Tdap-Auffrischung alle 10 Jahre. Schwangere: Impfung ab SSW 28 (Nestschutz für das Neugeborene).
Statistiken und geografische Daten
~24,1 Millionen Fälle und ~160.700 Todesfälle pro Jahr (modelliert). 941.565 gemeldete Fälle im Jahr 2024 — ein 6-facher Anstieg gegenüber 2023. Zyklische Häufung alle 3–5 Jahre. Die Fallzahlen stiegen Ende 2024 stark an und blieben 2025 erhöht.
Wer am meisten gefährdet ist
Ungeimpfte/unvollständig geimpfte Säuglinge, nachlassende Immunität (5–10 Jahre nach Impfung), Kontakt mit infiziertem Haushaltsmitglied, Überbelegung.
Mögliche Komplikationen
Apnoe und Zyanose bei Säuglingen (häufigste Hospitalisationsursache)
Pneumonie (~ 1 % Sekundärpneumonie; häufigste Komplikation und Todesursache)
Krampfanfälle (~1–2 %)
Enzephalopathie (< 0,1 %)
Subkonjunktivale Blutungen, Pneumothorax (durch Hustendrücke)
Pertussis-bedingte Todesfälle: fast ausschließlich Säuglinge < 6 Monate
Erwartete Ergebnisse und Genesung
Säuglinge <6 Monate: Höchste Morbidität und Mortalität. Letalitätsrate 1–3 % bei ungeimpften Säuglingen. Häufigste Todesursache bei Pertussis.
Ältere Kinder und Erwachsene: Selten tödlich, aber verursacht langwierige Morbidität. „100-Tage-Husten."
Komplikationen:
Pneumonie (häufigste Todesursache bei Säuglingen): 5–10 %.
Krampfanfälle: 1–2 %, meist febrile Krämpfe.
Enzephalopathie: 0,1–0,3 %.
Rippenfrakturen, Hernien, subkonjunktivale Blutungen (durch heftiges Husten).
Postpertussale Hustenhyperreaktivität kann Monate andauern.
Immunität: Natürliche Infektion verleiht 7–20 Jahre Schutz. Impfinduzierte Immunität lässt über 5–10 Jahre nach.
Diese Krankheit ist durch Impfung vermeidbar. Ein wirksamer Schutz ist verfügbar.
Sprechen Sie vor Ihrer Reise mit einem Reisemediziner über den empfohlenen Impfplan.
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Quelle: WHO GHO OData ↗
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