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Wie ernst?
Sterberisiko
Ja
Impfstoff verfügbar?
Zeit bis Symptome
Betroffene Länder
Aktive Ausbrüche
Im MMR-Impfstoff enthalten — überprüfen Sie 2 Dosen vor der Reise. Das Risiko für vollständig Geimpfte ist gering. Ausbrüche treten in Gemeinschaftsunterkünften auf (Wohnheime, Schiffe). Bei geschwollenen Speicheldrüsen mit Fieber ärztliche Hilfe suchen.
Virale Infektionskrankheit, die hauptsächlich die Ohrspeicheldrüsen befällt. Kann zu Orchitis, Meningitis und seltener dauerhafter Taubheit führen.
Virusinfektion, die hauptsächlich die Speicheldrüsen betrifft.
Mumps wird durch das Mumpsvirus (Rubulavirus parotitidis, Paramyxovirus) verursacht und über Speicheltröpfchen übertragen. Seit Einführung der MMR-Impfung sind die Fallzahlen in Deutschland stark zurückgegangen, jedoch treten weiterhin Ausbrüche auf — hauptsächlich in ungeimpften Bevölkerungsgruppen.
Sofort ärztliche Hilfe aufsuchen bei:
Starke Hodenschmerzen/-schwellung (Orchitis)
Starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit oder Lichtempfindlichkeit (Meningitis)
Heftige Bauchschmerzen (Pankreatitis)
Plötzlicher Hörverlust
Hohes Fieber >39,5 °C
Bewusstseinsstörung oder Krampfanfälle
Häufigste Anzeichen und Symptome
Inkubationszeit: 16–18 Tage (Bereich: 12–25 Tage).
Prodromalphase: Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit (1–2 Tage)
Parotitis: Schmerzhafte Schwellung einer oder beider Ohrspeicheldrüsen (Hauptsymptom bei ~70 % der symptomatischen Fälle); Schwellung typischerweise präaurikulär, nach unten und vorne tastbar
Submandibuläre und sublinguale Drüsen können ebenfalls betroffen sein
Bis zu 30 % der Infektionen verlaufen asymptomatisch
Die Kenntnis der Symptome ist der erste Schritt zu einer schnellen Reaktion.
Typischer Krankheitsverlauf:
Asymptomatische Infektion: 20–30 % der Mumpsinfektionen verlaufen subklinisch. Weitere 40–50 % zeigen nur unspezifische Atemwegssymptome.
Wie diese Krankheit diagnostiziert wird
Klinische Diagnose bei typischer Parotisschwellung. Laborbestätigung:
Serologie: IgM-Antikörper im Blut (positiv ab 5. Tag nach Symptombeginn)
RT-PCR: aus Rachenabstrich, Liquor (bei V.a. Meningitis) oder Urin
Cave: Kreuzreaktionen mit Parainfluenza-Viren möglich Meldepflicht in Deutschland nach §6 IfSG.
Verfügbare Behandlungsmethoden
Keine spezifische antivirale Therapie verfügbar. Supportive Maßnahmen:
Antipyretika und Analgetika (Paracetamol/Ibuprofen)
Weiche, leicht zu kauende Kost
Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Bei Orchitis: Bettruhe, Hodenhochlagen, Kühlung, entzündungshemmende Medikamente
Isolation bis 9 Tage nach Beginn der Parotisschwellung
Die meisten Fälle werden bei früher Diagnose wirksam behandelt.
Wie Sie sich schützen können
MMR-Impfung ist die einzige wirksame Prävention:
STIKO: 2 Dosen (11–14 Monate und 15–23 Monate)
Ausbruchsmanagement: Ausschluss ungeimpfter Kontaktpersonen empfohlen
Impfschutz nach 2 Dosen: ~88 % (geringer als bei Masern, daher Ausbrüche auch in gut geimpften Gruppen)
Vorbereitung ist der beste Schutz.
Weltweite Verbreitung. Risikoerhöhung bei Gemeinschaftsunterkünften (Studenten, Kasernen). Reisende sollten vollständigen Impfschutz (2 Dosen MMR) vorweisen. Meldepflichtig in der EU.
Statistiken und geografische Daten
Vor Einführung der Impfung war Mumps weltweit endemisch mit Häufigkeitsgipfel bei Kindern von 5–9 Jahren. Die MMR-Impfung reduzierte die Inzidenz um >99 %. Ausbrüche treten weiterhin in Gemeinschaftseinrichtungen auf (Universitäten, Kasernen, Sportmannschaften) — Hinweis auf nachlassende Immunität nach 10–15 Jahren.
Wer am meisten gefährdet ist
Fehlende/unvollständige Impfung, nachlassende Impfimmunität, Gemeinschaftsunterkünfte, postpubertäres Alter (Orchitisrisiko).
Mögliche Komplikationen
Orchitis (20–30 % der postpubertären Männer): in ~13 % der Fälle einseitige Hodenatrophie; bilaterale Orchitis selten (< 1 %), aber mit Fertilitätsrisiko
Aseptische Meningitis (< 10 %): meist selbstlimitierend
Enzephalitis (seltener): schwerer Verlauf möglich
Oophoritis (~5 % der Frauen): selten mit Fertilitätsstörung assoziiert
Sensorineuraler Hörverlust: seltene, aber schwerwiegende Komplikation
Pankreatitis (< 5 %): meist mild
Erwartete Ergebnisse und Genesung
Insgesamt: Ausgezeichnete Prognose. Letalitätsrate ~0,01 %. Selbstlimitierend in der überwiegenden Mehrzahl.
Komplikationen:
Orchitis (Hodenentzündung): 15–30 % der postpubertären Männer. Bilateral bei 15–30 % der Orchitisfälle. Subfertilität ist selten (<5 %); vollständige Sterilität ist extrem selten.
Oophoritis: 5 % der postpubertären Frauen.
Aseptische Meningitis: 1–10 % (in der Regel gutartig, klingt in 3–10 Tagen ab).
Sensorineurale Schwerhörigkeit: 1 von 20.000 (meist einseitig, kann dauerhaft sein).
Pankreatitis: 4 % (meist mild, selbstlimitierend).
Immunität: Lebenslang nach natürlicher Infektion. Impfinduzierte Immunität kann nachlassen (sekundäres Impfversagen trägt zu Ausbrüchen in geimpften Populationen bei).
Diese Krankheit ist durch Impfung vermeidbar. Ein wirksamer Schutz ist verfügbar.
Sprechen Sie vor Ihrer Reise mit einem Reisemediziner über den empfohlenen Impfplan.
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Quelle: WHO GHO OData ↗
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