Übersicht
Virale Infektionskrankheit, die hauptsächlich die Ohrspeicheldrüsen befällt. Kann zu Orchitis, Meningitis und seltener dauerhafter Taubheit führen.
Übertragung
Übersicht
Virusinfektion, die hauptsächlich die Speicheldrüsen betrifft.
Übersicht
Mumps wird durch das Mumpsvirus (Rubulavirus parotitidis, Paramyxovirus) verursacht und über Speicheltröpfchen übertragen. Seit Einführung der MMR-Impfung sind die Fallzahlen in Deutschland stark zurückgegangen, jedoch treten weiterhin Ausbrüche auf — hauptsächlich in ungeimpften Bevölkerungsgruppen.
Notfallzeichen
Sofort ärztliche Hilfe aufsuchen bei:
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Starke Hodenschmerzen/-schwellung (Orchitis)
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Starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit oder Lichtempfindlichkeit (Meningitis)
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Heftige Bauchschmerzen (Pankreatitis)
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Plötzlicher Hörverlust
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Hohes Fieber >39,5 °C
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Bewusstseinsstörung oder Krampfanfälle
Detaillierte Symptome
Häufigste Anzeichen und Symptome
Inkubationszeit: 16–18 Tage (Bereich: 12–25 Tage).
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Prodromalphase: Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit (1–2 Tage)
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Parotitis: Schmerzhafte Schwellung einer oder beider Ohrspeicheldrüsen (Hauptsymptom bei ~70 % der symptomatischen Fälle); Schwellung typischerweise präaurikulär, nach unten und vorne tastbar
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Submandibuläre und sublinguale Drüsen können ebenfalls betroffen sein
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Bis zu 30 % der Infektionen verlaufen asymptomatisch
Die Kenntnis der Symptome ist der erste Schritt zu einer schnellen Reaktion.
Krankheitsverlauf
Typischer Krankheitsverlauf:
- Inkubationszeit: 16–18 Tage (Spanne 12–25 Tage).
- Prodromalphase (1–2 Tage): Leichtes Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Myalgien, Appetitlosigkeit.
- Parotitis (Höhepunkt Tag 2–3, Dauer 5–10 Tage): Einseitige, dann oft beidseitige Schwellung der Ohrspeicheldrüse. Schmerzen verstärkt durch Kauen oder den Verzehr saurer Speisen. Ohrenschmerzen. Maximale Schwellung am Tag 2–3, dann allmählicher Rückgang.
- Komplikationszeitraum (Tage 5–14): Orchitis entwickelt sich typischerweise 4–8 Tage nach Beginn der Parotitis. Meningitis kann vor, während oder nach der Parotitis auftreten.
- Genesung: Parotitis klingt innerhalb von 7–10 Tagen ab. Orchitis klingt innerhalb von 1–2 Wochen ab.
Asymptomatische Infektion: 20–30 % der Mumpsinfektionen verlaufen subklinisch. Weitere 40–50 % zeigen nur unspezifische Atemwegssymptome.
Diagnose
Wie diese Krankheit diagnostiziert wird
Klinische Diagnose bei typischer Parotisschwellung. Laborbestätigung:
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Serologie: IgM-Antikörper im Blut (positiv ab 5. Tag nach Symptombeginn)
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RT-PCR: aus Rachenabstrich, Liquor (bei V.a. Meningitis) oder Urin
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Cave: Kreuzreaktionen mit Parainfluenza-Viren möglich Meldepflicht in Deutschland nach §6 IfSG.
Behandlung
Verfügbare Behandlungsmethoden
Keine spezifische antivirale Therapie verfügbar. Supportive Maßnahmen:
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Antipyretika und Analgetika (Paracetamol/Ibuprofen)
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Weiche, leicht zu kauende Kost
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Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
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Bei Orchitis: Bettruhe, Hodenhochlagen, Kühlung, entzündungshemmende Medikamente
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Isolation bis 9 Tage nach Beginn der Parotisschwellung
Die meisten Fälle werden bei früher Diagnose wirksam behandelt.
Präventionsdetails
Wie Sie sich schützen können
MMR-Impfung ist die einzige wirksame Prävention:
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STIKO: 2 Dosen (11–14 Monate und 15–23 Monate)
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Ausbruchsmanagement: Ausschluss ungeimpfter Kontaktpersonen empfohlen
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Impfschutz nach 2 Dosen: ~88 % (geringer als bei Masern, daher Ausbrüche auch in gut geimpften Gruppen)
Vorbereitung ist der beste Schutz.
Reisehinweise
Weltweite Verbreitung. Risikoerhöhung bei Gemeinschaftsunterkünften (Studenten, Kasernen). Reisende sollten vollständigen Impfschutz (2 Dosen MMR) vorweisen. Meldepflichtig in der EU.
Wie häufig ist es?
Statistiken und geografische Daten
Vor Einführung der Impfung war Mumps weltweit endemisch mit Häufigkeitsgipfel bei Kindern von 5–9 Jahren. Die MMR-Impfung reduzierte die Inzidenz um >99 %. Ausbrüche treten weiterhin in Gemeinschaftseinrichtungen auf (Universitäten, Kasernen, Sportmannschaften) — Hinweis auf nachlassende Immunität nach 10–15 Jahren.
Risikofaktoren
Wer am meisten gefährdet ist
Fehlende/unvollständige Impfung, nachlassende Impfimmunität, Gemeinschaftsunterkünfte, postpubertäres Alter (Orchitisrisiko).
Komplikationsdetails
Mögliche Komplikationen
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Orchitis (20–30 % der postpubertären Männer): in ~13 % der Fälle einseitige Hodenatrophie; bilaterale Orchitis selten (< 1 %), aber mit Fertilitätsrisiko
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Aseptische Meningitis (< 10 %): meist selbstlimitierend
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Enzephalitis (seltener): schwerer Verlauf möglich
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Oophoritis (~5 % der Frauen): selten mit Fertilitätsstörung assoziiert
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Sensorineuraler Hörverlust: seltene, aber schwerwiegende Komplikation
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Pankreatitis (< 5 %): meist mild
Genesung & Aussichten
Erwartete Ergebnisse und Genesung
Insgesamt: Ausgezeichnete Prognose. Letalitätsrate ~0,01 %. Selbstlimitierend in der überwiegenden Mehrzahl.
Komplikationen:
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Orchitis (Hodenentzündung): 15–30 % der postpubertären Männer. Bilateral bei 15–30 % der Orchitisfälle. Subfertilität ist selten (<5 %); vollständige Sterilität ist extrem selten.
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Oophoritis: 5 % der postpubertären Frauen.
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Aseptische Meningitis: 1–10 % (in der Regel gutartig, klingt in 3–10 Tagen ab).
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Sensorineurale Schwerhörigkeit: 1 von 20.000 (meist einseitig, kann dauerhaft sein).
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Pankreatitis: 4 % (meist mild, selbstlimitierend).
Immunität: Lebenslang nach natürlicher Infektion. Impfinduzierte Immunität kann nachlassen (sekundäres Impfversagen trägt zu Ausbrüchen in geimpften Populationen bei).