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Erstmals Reisende haben ein geringes Risiko für schweres Dengue. Mückenschutz ist entscheidend — verwenden Sie DEET-Repellent, tragen Sie lange Ärmel, halten Sie sich in klimatisierten Räumen auf. Bei hohem Fieber mit starken Kopf-/Gelenkschmerzen innerhalb von 14 Tagen nach der Reise sofort ärztliche Hilfe suchen. Vermeiden Sie Aspirin/Ibuprofen.
Durch Mücken übertragene Virusinfektion mit hohem Fieber, starken Schmerzen und potenziell tödlichen hämorrhagischen Komplikationen. Die sich weltweit am schnellsten ausbreitende Arbovirose mit ~390 Mio. Infektionen pro Jahr.
Symptome | Häufigkeit | Schweregrad | Beginn |
|---|---|---|---|
| Arthralgie | 55% | Mäßig | Frühphase |
| Knochenschmerzen | 45% | Mäßig | Frühphase |
| Müdigkeit | 70% | Leicht | Frühphase |
| Hohes Fieber | 97% | Schwer | Frühphase |
| Appetitlosigkeit | 55% | Leicht | Frühphase |
| Myalgie | 85% | Mäßig | Frühphase |
| Übelkeit | 60% | Leicht | Frühphase |
| Retro-orbitaler Schmerz | 70% | Mäßig | Frühphase |
| Starke Kopfschmerzen | 90% | Mäßig | Frühphase |
| Erbrechen | 45% | Leicht | Frühphase |
| Bauchschmerzen | 40% | Leicht | Frühphase |
| Halsschmerzen | 35% | Leicht | Frühphase |
| Makulopapulöser Ausschlag | 50% | Leicht | Höhepunkt |
| Zahnfleischbluten | 15% | Schwer | Höhepunkt |
| Blutergüsse | 10% | Leicht | Höhepunkt |
| Hämorrhagie | 10% | Kritisch | Höhepunkt |
| Hepatomegalie | 15% | Mäßig | Höhepunkt |
| Hypotonie | 8% | Kritisch | Höhepunkt |
| Petechien | 20% | Schwer | Höhepunkt |
| Tachykardie | 12% | Schwer | Höhepunkt |
| Bewusstseinsstörung | 5% | Mäßig | Höhepunkt |
| Ödem | 8% | Mäßig | Höhepunkt |
| Juckreiz | 60% | Leicht | Spätphase |
| Geschwollene Lymphknoten | 30% | Leicht | Jede Phase |
Dengue-Fieber ist eine Viruserkrankung, die durch Mücken übertragen wird und in tropischen und subtropischen Regionen auftritt. Es kann mild oder schwer verlaufen und zum Dengue-Schock-Syndrom führen.
Dengue wird durch vier Serotypen (DENV-1 bis DENV-4) des Dengue-Virus verursacht, eines einzelsträngigen RNA-Flavivirus, das hauptsächlich durch Aedes-aegypti-Mücken (sowie sekundär Ae. albopictus) übertragen wird. Diese tagaktiven urbanen Mücken brüten in stehendem Wasser in der Nähe menschlicher Siedlungen. Eine Infektion mit einem Serotyp verleiht lebenslange Immunität gegen diesen Serotyp, aber nur vorübergehenden Kreuzschutz (2–3 Monate) gegen andere — eine Folgeinfektion mit einem anderen Serotyp birgt ein erhöhtes Risiko für schweres Dengue aufgrund antikörperabhängiger Verstärkung (ADE).
Sofort ärztliche Notfallhilfe suchen bei:
Starken Bauchschmerzen oder anhaltendem Erbrechen
Zahnfleisch- oder Nasenbluten, Bluterbrechen
Starker Schwäche, Schläfrigkeit oder Unruhe
Rascher Verschlechterung nach anfänglicher Besserung (kritische Phase — Tag 3–7)
Kalte Extremitäten, schneller Puls, niedriger Blutdruck (Schockzeichen)
Blutiger oder teeriger Stuhl
Keine Urinausscheidung seit >6 Stunden
Häufigste Anzeichen und Symptome
Inkubationszeit: 4–10 Tage (typisch 5–7 Tage). WHO-Klassifikation:
Dengue ohne Warnsignale:
Plötzliches hohes Fieber (40 °C) — „Knochenbrecher-Fieber"
Starke Kopfschmerzen (retro-orbitaler Schmerz ist charakteristisch)
Intensive Myalgien und Arthralgien
Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit
Makulopapulöses Exanthem (Tage 3–7
kann jucken)
Milde hämorrhagische Manifestationen: Petechien, positiver Tourniquet-Test
Leukopenie
Dengue mit Warnsignalen (entscheidend — engmaschiges Monitoring erforderlich):
Bauchschmerzen oder -empfindlichkeit
Persistierendes Erbrechen
Klinische Flüssigkeitsansammlungen (Aszites, Pleuraerguss)
Schleimhautblutungen (Zahnfleisch, Epistaxis)
Lethargie oder Unruhe
Lebervergrößerung >2 cm
Steigender Hämatokrit bei fallenden Thrombozyten
Schweres Dengue (medizinischer Notfall):
Schweres Plasmaleck → Schock (Dengue-Schock-Syndrom — DSS)
Schwere Hämorrhagie (GI-Blutung, Hämatemesis)
Schwere Organschädigung (Leber: AST/ALT >1.000
Hirn: Enzephalitis
Herz: Myokarditis)
Die Kenntnis der Symptome ist der erste Schritt zu einer schnellen Reaktion.
Die Krankheit kann mild (klassisches Dengue) oder schwer (hämorrhagisches Dengue, Dengue-Schock-Syndrom) verlaufen.
Wie diese Krankheit diagnostiziert wird
Diagnostik abhängig vom Zeitpunkt nach Fieberbeginn:
Tag 1–5 (akute/virämische Phase): – NS1-Antigen-Schnelltest: Sensitivität 60–95 % (höchste Tag 1–3)
hochspezifisch – RT-PCR: Goldstandard während der Virämie
identifiziert Serotyp
Ab Tag 5: – Anti-Dengue-IgM (ELISA/Schnelltest): positiv ab Tag 5
persistiert 2–3 Monate. Kreuzreaktivität mit Zika und anderen Flaviviren. – Anti-Dengue-IgG: steigt bei Sekundärinfektion
IgG/IgM-Ratio >1,2 spricht für Sekundärinfektion (höheres ADE-Risiko)
Blutbild (essenziell): – Steigender Hämatokrit (>20 % über Ausgangswert) = Plasmaleck – Thrombozytopenie (<100.000/mm³) — korreliert mit Schweregrad – Leukopenie — häufig in den ersten Tagen
Leberwerte: AST oft stärker erhöht als ALT
Verfügbare Behandlungsmethoden
Keine spezifische antivirale Therapie. Management nach WHO-Schweregradeinteilung:
Gruppe A (ambulant — Dengue ohne Warnsignale):
Orale Rehydratation (ORS): mindestens 2–3 L/Tag
Paracetamol bei Fieber und Schmerzen (max. 4 g/Tag bei Erwachsenen)
VERMEIDEN: NSAR (Ibuprofen, Aspirin, Diclofenac) — erhöhtes Blutungsrisiko
Tägliches Monitoring von Thrombozyten und Hämatokrit
Gruppe B (stationäre Überwachung — Warnsignale vorhanden):
I.v.-Flüssigkeit: isotone Kristalloide (0,9 % NaCl oder Ringer-Laktat) 5–7 mL/kg/h
Strikte Flüssigkeitsbilanzierung (Überhydratation vermeiden — Lungenödemrisiko)
6-stündliche Hämatokrit- und Thrombozyten-Kontrolle
Gruppe C (Notfall — schweres Dengue/DSS):
Rasche i.v.-Volumensubstitution: 10–20 mL/kg Bolus über 15–30 min
Kolloide bei fehlendem Ansprechen auf Kristalloide
Blutprodukte bei schwerer Hämorrhagie
Intensivtherapie; Vasopressoren bei refraktärem Schock
Kritische Phase: Tag 3–7 (Entfieberungsperiode) — hier entwickelt sich schweres Dengue. Paradoxerweise fühlen sich Patienten besser, während das Plasmaleck seinen Höhepunkt erreicht.
Die meisten Fälle werden bei früher Diagnose wirksam behandelt.
Wie Sie sich schützen können
Vektorkontrolle (primäre Prävention):
Aedes-Brutstätten eliminieren: stehendes Wasser entleeren
Repellent mit DEET (20–30 %), Icaridin oder IR3535 verwenden — alle 4–6 Stunden erneuern
Langärmlige Kleidung, besonders morgens und nachmittags (Aedes sticht tagsüber!)
Permethrin-imprägnierte Moskitonetze
Impfung:
Dengvaxia (CYD-TDV): 3-Dosen-Schema
NUR für Personen mit nachgewiesener Dengue-Vorgeschichte (seropositiv)
Risiko für schweres Dengue bei Seronegativen (ADE). Alter 6–45 Jahre.
TAK-003 (Qdenga, Takeda): 2 Dosen
in EU, UK, Brasilien zugelassen
unabhängig vom Serostatus verabreichbar. Wirksamkeit ~80 % gegen Hospitalisierung.
Individueller Schutz für Reisende:
Vorbereitung ist der beste Schutz.
Risiko für Reisende:
Sehr hohes Risiko: Thailand, Vietnam, Philippinen, Indonesien, Indien, Brasilien, Mexiko, Karibik
Dengue ist eines der häufigsten tropischen Fieber bei Reisenden — Mückenschutz GANZTAGS anwenden (Aedes sticht tagsüber, nicht nachts!)
Repellent mit DEET/Icaridin ist Pflicht; regelmäßig erneuern
NSAR (Aspirin, Ibuprofen) bei Fieber in Endemiegebieten VERMEIDEN — nur Paracetamol verwenden
Bei Fieber innerhalb von 2 Wochen nach Rückkehr aus Endemiegebiet: Reiseanamnese dem Arzt mitteilen
Zweitinfektion (anderer Serotyp) ist gefährlicher als die Erstinfektion — Personen mit Dengue-Vorgeschichte sollten besonders vorsichtig sein
Statistiken und geografische Daten
Die WHO schätzt ~390 Mio. Dengue-Infektionen jährlich (96 Mio. symptomatisch). Dengue ist in >100 Ländern endemisch:
Höchstes Risiko: Südostasien (Thailand, Vietnam, Philippinen, Indonesien), Lateinamerika (Brasilien, Mexiko, Kolumbien), Karibik
Steigendes Risiko: Subsahara-Afrika, Südeuropa (lokale Ausbrüche — Ae. albopictus)
Klimawandel erweitert das Aedes-Verbreitungsgebiet — Dengue tritt in neuen Regionen auf
Importierte Fälle bei Reisenden: Dengue ist eines der 3 häufigsten tropischen Fieber bei Reiserückkehrern
Wer am meisten gefährdet ist
Reisen in Endemiegebiete, Aufenthalt im Freien während der Mückenaktivitätsstunden, fehlender Schutz.
Mögliche Komplikationen
Häufigste Komplikationen:
Dengue-Schock-Syndrom (DSS): Plasmaleck führt zu Hypovolämie, Hypotension und Schock
Mortalität ohne Therapie >20 %, mit adäquater Volumentherapie <1 %
Schwere Hämorrhagie: GI-Blutung, intraabdominelle Blutung
Myokarditis: Rhythmusstörungen, Herzinsuffizienz
Dengue-Enzephalitis: Verwirrtheit, Krampfanfälle, Koma (1–5 % der schweren Fälle)
Akutes Leberversagen: AST/ALT >1.000
Hepatomegalie mit Ikterus
Disseminierte intravasale Gerinnung (DIC): Verbrauchskoagulopathie
Hämophagozytisches Syndrom: Selten, aber potenziell letal
Letalität bei schwerem Dengue: 2,5 % unter adäquater Therapie
20 % ohne Behandlung
Erwartete Ergebnisse und Genesung
Die Prognose ist in den meisten Fällen gut. Schwere Formen können ohne angemessene Behandlung tödlich sein.
Diese Krankheit ist durch Impfung vermeidbar. Ein wirksamer Schutz ist verfügbar.
Sprechen Sie vor Ihrer Reise mit einem Reisemediziner über den empfohlenen Impfplan.
Impfklinik finden →Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Bildung. Sie stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an einen Arzt. Medova ist kein medizinischer Dienstleister. Diese Informationen stellen keine Werbung für Heilmittel im Sinne des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) dar.
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