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Betroffene Länder
Aktive Ausbrüche
Risikogebiete umfassen Mittel-/Nordeuropa, Russland und Teile Ostasiens. Die Impfung ist hochwirksam (3-Dosen-Schema). Das Risiko ist saisonal (April–November) und mit Outdoor-Aktivitäten in Waldgebieten verbunden. Kontrollieren Sie täglich auf Zecken und entfernen Sie diese umgehend.
Virale ZNS-Infektion durch Ixodes-Zecken übertragen. Biphasischer Verlauf: grippeähnliche Phase, dann neurologische Beteiligung. 10.000–15.000 Fälle/Jahr. Impfung hochwirksam.
Symptome | Häufigkeit | Schweregrad | Beginn |
|---|---|---|---|
| Fieber | 95% | Leicht | Frühphase |
| Müdigkeit | 80% | Leicht | Frühphase |
| Kopfschmerzen | 85% | Leicht | Frühphase |
| Krankheitsgefühl | 70% | Leicht | Frühphase |
| Myalgie | 75% | Leicht | Frühphase |
| Arthralgie | 25% | Leicht | Frühphase |
| Appetitlosigkeit | 50% | Leicht | Frühphase |
| Übelkeit | 35% | Leicht | Frühphase |
| Erbrechen | 25% | Leicht | Frühphase |
| Bewusstseinsstörung | 8% | Kritisch | Höhepunkt |
| Verwirrtheit | 15% | Schwer | Höhepunkt |
| Hohes Fieber | 25% | Schwer | Höhepunkt |
| Nackensteifigkeit | 24% | Schwer | Höhepunkt |
| Lähmung | 4% | Kritisch | Höhepunkt |
| Lichtempfindlichkeit | 18% | Mäßig | Höhepunkt |
| Starke Kopfschmerzen | 27% | Schwer | Höhepunkt |
| Tremor | 6% | Mäßig | Höhepunkt |
| Verschwommenes Sehen | 5% | Mäßig | Höhepunkt |
| Schwindel | 15% | Mäßig | Höhepunkt |
| Parästhesie | 7% | Mäßig | Höhepunkt |
| Krampfanfälle | 1.5% | Kritisch | Höhepunkt |
| Reizbarkeit | 10% | Leicht | Höhepunkt |
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) durch das FSME-Virus (Flavivirus). Übertragung durch Zeckenstich (Ixodes). Endemisch in Waldgebieten Europas und Asiens. Drei Subtypen: europäisch (CFR 1–2 %), fernöstlich (CFR 20–40 %), sibirisch. Impfpräventabel.
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch das FSME-Virus (TBEV) verursacht, ein Flavivirus mit drei Subtypen: europäisch (übertragen durch Ixodes ricinus), sibirisch und fernöstlich (beide durch I. persulcatus). In der englischsprachigen Literatur als TBE (Tick-Borne Encephalitis) bekannt.
FSME ist endemisch in einem breiten Gürtel von Westeuropa über Russland bis Japan. Der europäische Subtyp verläuft generell milder (Letalität 1–2 %) als der fernöstliche (Letalität 20–40 %). Jährlich werden 10.000–15.000 Fälle gemeldet; die wahre Inzidenz liegt wahrscheinlich höher. Das Verbreitungsgebiet dehnt sich nach Norden und in höhere Lagen aus — zurückgeführt auf den Klimawandel.
Die Übertragung erfolgt primär durch den Stich infizierter Ixodes-Zecken bei Freizeitaktivitäten (Wandern, Camping, Forstwirtschaft). Selten erfolgt eine Infektion durch den Verzehr unpasteurisierter Milchprodukte infizierter Ziegen, Schafe oder Kühe.
Sofort ärztliche Hilfe suchen, wenn nach einem Zeckenstich oder Aufenthalt in einem Endemiegebiet:
Schwere Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit (meningitische Zeichen)
Hohes Fieber nach fieberfreiem Intervall rezidiviert
Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Persönlichkeitsveränderungen
Tremor, Gangstörung (Ataxie)
Schwäche oder Lähmung von Armen, Beinen oder Gesicht
Schluck- oder Atembeschwerden
Krampfanfälle
Sehstörungen, Doppelbilder
Wichtig: Symptome der neurologischen Phase können 1–3 Wochen NACH Abklingen der grippeähnlichen Ersterkrankung auftreten. Das fieberfreie Intervall kann ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln.
Häufigste Anzeichen und Symptome
Biphasischer klinischer Verlauf (charakteristisch, 75 % der europäischen Fälle):
Phase 1 — Virämie (Tage 1–8 nach Zeckenstich):
Fieber (38–39 °C), Abgeschlagenheit, Fatigue
Kopfschmerzen, Myalgien
Übelkeit, Appetitlosigkeit
Oft als Grippe fehlgedeutet oder unbemerkt
Dauer 2–7 Tage, dann scheinbare Erholung
Fieberfreies Intervall: 1–21 Tage (Durchschnitt 7) — Patient fühlt sich wohl
Phase 2 — Neurologische Phase (bei ~30 % der Infizierten):
Meningitis (50 % der neurologischen Fälle):
Schwere Kopfschmerzen, Fieberrezidiv
Meningismus, Photophobie
Übelkeit, Erbrechen
Beste Prognose, meist vollständige Erholung
Meningoenzephalitis (40 %):
Zusätzlich: Bewusstseinsstörung, kognitive Beeinträchtigung
Tremor (besonders obere Extremitäten, Zunge), Ataxie
Hirnnervenlähmungen
Krampfanfälle (besonders bei Kindern)
Meningoenzephalomyelitis (10 % — schwerste Form):
Schlaffe Lähmung (Schultergürtel, Oberarme — charakteristisch)
Polio-ähnliches Syndrom
Bulbäre Lähmung (Schluck-/Atemstörung)
Höchste Letalität und Sequelenrisiko
Die Kenntnis der Symptome ist der erste Schritt zu einer schnellen Reaktion.
Typischer Krankheitsverlauf (biphasischer Verlauf, europäischer Subtyp):
Fernöstlicher Subtyp: Oft monophasisch mit raschem Übergang zur Enzephalitis ohne biphasisches Intervall.
Wie diese Krankheit diagnostiziert wird
Liquoranalyse:
Pleozytose (typisch 10–500 Zellen/μL, lymphozytär betont)
Leicht erhöhtes Eiweiß, normale Glukose
Intrathekale Antikörperproduktion (IgM/IgG)
Serologie (Hauptstütze der Diagnostik):
Serum-IgM-ELISA: in Phase 2 bei >95 % positiv
Serum-IgG-ELISA: steigt in der Rekonvaleszenz; Bestätigung durch gepaarte Seren
Kreuzreaktivität mit anderen Flaviviren — ggf. PRNT zur Bestätigung
Weitere Diagnostik:
RT-PCR: nur während Virämie (Phase 1) positiv — wird oft verpasst
MRT Schädel: Thalamus- und Basalganglien-Beteiligung in ~20 % der Enzephalitis-Fälle
Blut: Leukozytose, erhöhtes CRP, milde Thrombozytopenie
Wichtig: Phase-2-Klinik mit Meningismus + Zeckenstich in Endemiegebiet + positive IgM = hochverdächtig. Meldepflicht nach §7 IfSG (Erregernachweis).
Verfügbare Behandlungsmethoden
Keine spezifische antivirale Therapie für FSME.
Supportive Behandlung:
Stationäre Aufnahme bei allen neurologischen Fällen
Analgetika gegen Kopfschmerzen (Paracetamol; Aspirin bei Kindern vermeiden)
Antiemetika
Kortikosteroide: umstritten, gelegentlich bei schwerer Enzephalitis eingesetzt (keine RCT-Evidenz)
Antikonvulsiva bei Krampfanfällen
Intensivmedizin bei bulbärer Lähmung oder respiratorischer Insuffizienz
Maschinelle Beatmung bei Atemversagen
Rehabilitation: Physiotherapie bei Restlähmung, Ergotherapie, Logopädie
Erholung:
Meningitis: meist vollständige Erholung in Wochen
Enzephalitis: 10–20 % mit langfristigen kognitiven/neurologischen Folgen
Myelitis: 30–50 % mit persistierender Parese/Paralyse
Kognitive Beschwerden (Konzentration, Gedächtnis, Fatigue) können Monate anhalten
Die meisten Fälle werden bei früher Diagnose wirksam behandelt.
Wie Sie sich schützen können
Neurologische Folgen (10–20 % der Enzephalitisfälle):
Kognitive Beeinträchtigung: Konzentrations-/Gedächtnisstörungen, mentale Fatigue
Postenzephalitisches Syndrom: Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Schlafstörungen
Persistierender Tremor und Ataxie
Hirnnervenlähmungen (Fazialis am häufigsten)
Schwere Komplikationen:
Schlaffe Parese der oberen Extremitäten (Myelitis) — kann permanent sein
Bulbäre Lähmung mit respiratorischer Insuffizienz
Epilepsie (selten, postenzephalitisch)
Hörverlust (sensorineural)
Letalität:
Europäischer Subtyp: 1–2 % (vorwiegend Ältere)
Sibirischer Subtyp: 2–3 %, z. T. chronisch-progredienter Verlauf
Fernöstlicher Subtyp: 20–40 % (deutlich aggressiver)
Kinder vs. Erwachsene: Kinder haben generell bessere Outcomes; dauerhafte Folgen häufiger bei Erwachsenen >50
Vorbereitung ist der beste Schutz.
Vor der Reise:
FSME-Impfung bei Reisen in Endemiegebiete mit Outdoor-Aktivitäten (6+ Monate vorher beginnen oder Schnellschema)
Zeckenrepellent (DEET/Icaridin) und helle Kleidung einpacken
Korrekte Zeckenentfernungstechnik erlernen
Während der Reise:
Repellent vor Outdoor-Aktivitäten in Wald-/Wiesengebieten auftragen
Schutzkleidung: lange Hosen in Socken, lange Ärmel
Auf Wegen bleiben; nicht direkt auf Gras oder Laub setzen
Abendliche Zeckensuche — gesamter Körper einschließlich Kopfhaut
Zecken SOFORT mit Spitzpinzette entfernen (keine Hausmittel: Öl, Streichholz etc.)
Unpasteurisierte Milch/Käse in ländlichen Endemiegebieten meiden
Nach der Reise:
Mehrere Tage weiter täglich nach Zecken suchen
Bissstelle und allgemeines Befinden 28 Tage beobachten
Bei Fieber + Kopfschmerzen 1–4 Wochen nach Zeckenstich Arzt aufsuchen
Hinweis: Antibiotika helfen NICHT gegen FSME (anders als bei Borreliose)
Höchstes Risiko: Österreich (Alpenregionen), Deutschland (Bayern, Baden-Württemberg), Tschechien, Schweden, Finnland, Baltikum, Russland, Schweiz.
Statistiken und geografische Daten
Verbreitungsgebiet: Endemiegürtel von Frankreich/Österreich/Deutschland über Skandinavien, Osteuropa, Russland bis China, Mongolei, Japan, Südkorea
Höchste Inzidenz: Russland (~2.000–7.000 Fälle/Jahr), Tschechien, Litauen, Lettland, Estland, Slowenien, Österreich, Deutschland, Schweden, Finnland
Deutschland: ~400–700 Fälle/Jahr (RKI); STIKO-definierte Risikogebiete vor allem in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Thüringen, Hessen
Jährliche Fälle global: 10.000–15.000 (erhebliche Untererfassung)
Ausbreitungstrend: Nordwärts und in höhere Lagen durch Klimawandel und Ixodes-Expansion
Saisonalität: Frühjahr bis Herbst (April–November), Höhepunkt Juni–August
Risikoaktivitäten: Wandern, Camping, Pilze-/Beerensammeln, Forstwirtschaft, Mountainbiking
Reisende: Wachsende Bedeutung für Outdoor-/Abenteuerreisende nach Mitteleuropa, Skandinavien und Russland
Wer am meisten gefährdet ist
Outdoor-Aktivitäten (Wandern, Camping, Pilzesammeln) in Endemiegebieten, Frühling–Herbst, fehlende Impfung, Konsum unpasteurisierter Milch, Alter >50 (schwererer Verlauf).
Mögliche Komplikationen
Impfung (wirksamste Prävention):
FSME-Immun (Pfizer) / Encepur (Bavarian Nordic): inaktivierte Ganzvirus-Impfstoffe
Grundimmunisierung: 3 Dosen (Tag 0, 1–3 Monate, 5–12 Monate)
Schnellschema: 3 Dosen (Tage 0, 14 und 5–12 Monate) für kurzfristige Reisende
Auffrischung: erste nach 3 Jahren, dann alle 5 Jahre (alle 3 Jahre bei >60 Jahren)
Wirksamkeit: >95 % nach 3 Dosen
STIKO-Empfehlung: für alle Personen in FSME-Risikogebieten mit Zeckenexpositionsrisiko
Gut verträglich; häufigste Nebenwirkungen: Injektionsstellenschmerz, Fatigue, Kopfschmerzen
Zeckenstichprävention:
Lange Hosen in Socken gesteckt, lange Ärmel, helle Kleidung in Wald-/Wiesengebieten
DEET/Icaridin auf die Haut, Permethrin auf die Kleidung
Gründliches Absuchen nach Freizeitaktivitäten (Haaransatz, Achseln, Leisten)
Zecken sofort mit spitzer Pinzette entfernen — gerade herausziehen, nicht quetschen/drehen
FSME-Virus-Übertragung kann innerhalb von Minuten nach Anheftung erfolgen (anders als Borrelien: 24–36 h)
Unpasteurisierte Milchprodukte in Endemiegebieten meiden
Hinweis: Es gibt keine Postexpositionsprophylaxe für FSME.
Erwartete Ergebnisse und Genesung
Europäischer Subtyp (TBEV-Eu):
Letalitätsrate: 1–2 %.
Neurologische Folgeschäden bei 10–20 % der Enzephalitisfälle (kognitive Beeinträchtigung, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Parese).
Fernöstlicher Subtyp (TBEV-FE):
Letalitätsrate: 20–40 %.
Höhere Rate schwerer Enzephalitis und residueller Lähmung.
Sibirischer Subtyp: Mittlere Schwere. Chronisch-progredienter Verlauf möglich.
Prognostische Faktoren: Höheres Alter (>60 Jahre) sagt einen schwereren Verlauf und höhere Letalitätsrate voraus. Der Schweregrad korreliert mit dem viralen Subtyp und der Immunantwort des Wirts.
Genesung: Milde Fälle heilen in 1–2 Wochen ab. Die Erholung von einer Enzephalitis kann Monate dauern. Ein postenzephalitisches Syndrom (Müdigkeit, Konzentrationsstörungen) ist häufig.
Diese Krankheit ist durch Impfung vermeidbar. Ein wirksamer Schutz ist verfügbar.
Sprechen Sie vor Ihrer Reise mit einem Reisemediziner über den empfohlenen Impfplan.
Impfklinik finden →Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Bildung. Sie stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an einen Arzt. Medova ist kein medizinischer Dienstleister. Diese Informationen stellen keine Werbung für Heilmittel im Sinne des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) dar.
Vollständige NutzungsbedingungenGeografische Verteilung und aktive Ausbrüche
| Flagge | Land | Risikograd |
|---|---|---|
| Russland | Hohes Risiko | |
| Polen | Hohes Risiko | |
| Deutschland | Hohes Risiko | |
| Slowakei | Hohes Risiko | |
| Tschechien | Hohes Risiko | |
| Kroatien | Hohes Risiko | |
| Österreich | Hohes Risiko | |
| China | Hohes Risiko | |
| Ungarn | Hohes Risiko | |
| Schweiz | Hohes Risiko |
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