Diese Seite implementiert derzeit Kernfunktionen und ist noch nicht für die Patientennutzung bereit.
Nur zu Informationszwecken — keine medizinische Beratung
Wie ernst?
Sterberisiko
Nein
Impfstoff verfügbar?
Zeit bis Symptome
Betroffene Länder
Aktive Ausbrüche
Infektion durch Hautkontakt mit Süßwasser, das infizierte Schnecken enthält — häufig in Subsahara-Afrika. Vermeiden Sie Schwimmen, Waten und Baden in Süßwasserseen und -flüssen in Endemiegebieten. Meerwasser und Chlorpools sind sicher. Ein Screening nach der Reise wird bei Exposition empfohlen.
Parasitäre Erkrankung durch Schistosoma-Saugwürmer, erworben durch Süßwasserkontakt in Endemiegebieten. Betrifft weltweit über 250 Mio. Menschen, überwiegend in Subsahara-Afrika.
Symptome | Häufigkeit | Schweregrad | Beginn |
|---|---|---|---|
| Juckreiz | 65% | Leicht | Frühphase |
| Hautausschlag | 55% | Leicht | Frühphase |
| Fieber | 60% | Mäßig | Höhepunkt |
| Husten | 40% | Leicht | Höhepunkt |
| Krankheitsgefühl | 50% | Leicht | Höhepunkt |
| Myalgie | 40% | Leicht | Höhepunkt |
| Urtikaria | 35% | Leicht | Höhepunkt |
| Arthralgie | 20% | Leicht | Höhepunkt |
| Schüttelfrost | 30% | Leicht | Höhepunkt |
| Kopfschmerzen | 35% | Leicht | Höhepunkt |
| Hämaturie | 50% | Mäßig | Spätphase |
| Bauchschmerzen | 50% | Leicht | Spätphase |
| Dysurie | 40% | Leicht | Spätphase |
| Hepatomegalie | 35% | Mäßig | Spätphase |
| Blut im Stuhl | 20% | Mäßig | Spätphase |
| Durchfall | 35% | Leicht | Spätphase |
| Splenomegalie | 20% | Mäßig | Spätphase |
| Gewichtsverlust | 25% | Leicht | Spätphase |
| Müdigkeit | 55% | Leicht | Jede Phase |
| Appetitlosigkeit | 30% | Leicht | Jede Phase |
Schistosomiasis (Bilharziose) ist eine chronische parasitäre Erkrankung, verursacht durch Trematoden der Gattung Schistosoma. Die wichtigsten humanpathogenen Spezies sind S. mansoni, S. haematobium und S. japonicum. Die Infektion erfolgt durch Hautkontakt mit Süßwasser, das infektiöse Zerkarien enthält. Die WHO schätzt über 250 Millionen Infizierte weltweit mit ~200.000 Todesfällen jährlich.
Die Schistosomiasis (Bilharziose) wird durch parasitäre Trematoden (Saugwürmer) der Gattung Schistosoma verursacht. Die drei wichtigsten humanpathogenen Arten sind S. mansoni (intestinal, Afrika/Amerikas), S. haematobium (urogenital, Afrika/Naher Osten) und S. japonicum (intestinal, Ostasien). Der Lebenszyklus umfasst Süßwasserschnecken als Zwischenwirte, die Zerkarien freisetzen — freilebende Larven, die innerhalb von Minuten nach Süßwasserkontakt durch die menschliche Haut penetrieren. Im menschlichen Körper reifen die Zerkarien zu adulten Würmern, die in den Venenplexus (mesenterial oder vesikal) leben und täglich Hunderte von Eiern produzieren. Es sind die Eier — nicht die Würmer —, die durch granulomatöse Entzündung die Pathologie verursachen. Die WHO schätzt, dass 251,4 Mio. Menschen 2021 eine präventive Behandlung benötigten, davon 78 % in Afrika.
Ärztliche Hilfe aufsuchen bei:
Blut im Urin (Hämaturie), insbesondere bei Kindern
Rezidivierender blutiger Durchfall mit zunehmenden Bauchschmerzen
Bauchumfangsvermehrung mit prominenten Venen (Aszites, portale Hypertension)
Bluterbrechen (Varizenblutung — medizinischer Notfall)
Neurologische Symptome (Beinschwäche, Harnverhalt) nach Süßwasserkontakt in Endemiegebiet
Häufigste Anzeichen und Symptome
Das klinische Bild hängt vom Stadium und der Spezies ab:
Akut (Katayama-Syndrom, 2–12 Wochen nach Exposition):
Fieber, Abgeschlagenheit, Myalgien (serumkrankheitsähnliche Reaktion)
Urtikaria, Angioödem
Trockener Husten, Giemen (Lungenmigration)
Eosinophilie (häufig ausgeprägt)
Häufiger bei immunnaiven Reisenden als bei Bewohnern endemischer Gebiete
Chronisch intestinal (S. mansoni, S. japonicum):
Intermittierende Bauchschmerzen, blutige Diarrhö
Hepatosplenomegalie (Eigranulome im Portalsystem)
Portale Hypertension mit Ösophagusvarizen (fortgeschritten)
Chronisch urogenital (S. haematobium):
Hämaturie (Blut im Urin) — Leitsymptom
Dysurie, Pollakisurie
Genitale Läsionen (weibliche genitale Schistosomiasis — wesentlicher Treiber der HIV-Anfälligkeit)
Blasenfibrose, Hydronephrose (spät)
Die Kenntnis der Symptome ist der erste Schritt zu einer schnellen Reaktion.
Zerkarien dringen durch die Haut ein → Migration durch Lungen und Leber → Adulte Würmer in Mesenterial- oder Harnblasenvenen → Eiablage → Eier verbleiben im Gewebe → Granulomatöse Immunreaktion → Progressive Fibrose und Organschäden über Jahre bis Jahrzehnte.
Wie diese Krankheit diagnostiziert wird
Die Diagnostik hängt vom klinischen Szenario ab:
Mikroskopie: Nachweis charakteristischer Eier im Stuhl (S. mansoni/japonicum) oder Urin (S. haematobium). Kato-Katz-Technik für Stuhl
Filtration für Urin. Mehrfachproben verbessern die Sensitivität
Serologie (IgG/IgE-ELISA): Nützlich bei Reisenden mit akuter Exposition
positiv 6–12 Wochen nach Exposition. Kann vergangene nicht von aktiver Infektion unterscheiden
Antigennachweis: Zirkulierendes kathodisches Antigen (CCA) — Urin-Schnelltest für S. mansoni
WHO-empfohlen für Kartierung
PCR: Zunehmende Verfügbarkeit
höchste Sensitivität, kann Spezies identifizieren
Eosinophilie: Häufig >20 % in der Akutphase
unterstützend, aber unspezifisch
Bildgebung: Ultraschall zur Leberfibrose (Niamey-Protokoll), Blasenwandverdickung
Verfügbare Behandlungsmethoden
Die Behandlung ist hochwirksam:
Praziquantel 40 mg/kg (S. mansoni/haematobium) oder 60 mg/kg (S. japonicum) als Einmal- oder geteilte Dosis — Medikament der Wahl, sicher und gut verträglich
Zeitpunkt: Mindestens 6–8 Wochen nach Exposition abwarten (Praziquantel wirkt am besten gegen adulte Würmer, nicht gegen unreife Schistosomulae)
Akutes Katayama-Syndrom: Kortikosteroide bei schweren Symptomen, dann Praziquantel nach Wurmreifung
Nachbehandlung: Stuhl-/Urinkontrolle nach 3–6 Monaten; Wiederbehandlung bei persistierender Eiausscheidung
Artemisinin-Derivate: Zeigen Aktivität gegen juvenile Schistosomen; experimentell als Ergänzung
Supportiv: Eisensubstitution bei Anämie, Therapie der portalen Hypertension bei fortgeschrittener Erkrankung Heilungsrate: >85 % mit Einzeldosis Praziquantel.
Die meisten Fälle werden bei früher Diagnose wirksam behandelt.
Wie Sie sich schützen können
Kein Impfstoff verfügbar:
Süßwasserkontakt in Endemiegebieten vermeiden — Schwimmen, Waten, Baden in Seen, Flüssen und Bächen
Zerkarien können intakte, mit DEET-Repellent behandelte Haut nicht penetrieren (begrenzte Evidenz)
Sofortiges kräftiges Abtrocknen nach versehentlicher Exposition kann die Penetration reduzieren
Wasser zum Baden abkochen, filtern oder chloren, wenn Süßwasserquelle verwendet wird
Schneckenbekämpfung: Molluskizide an Transmissionsstandorten (Public-Health-Maßnahme)
Massenmedikamentengabe (MDA): WHO empfiehlt jährliche Praziquantel-Gabe an Schulkinder in Endemiegebieten
Saubere Wasserversorgung und Sanitärmaßnahmen reduzieren die Umweltkontamination
Vorbereitung ist der beste Schutz.
Risiko für Reisende:
Hohes Risiko: Süßwasserschwimmen/-baden in Endemiegebieten (Seen, Flüsse, Bäche) — selbst kurze Exposition (Zerkarien penetrieren die Haut in <10 Minuten)
Wichtige Hotspots: Malawisee (Malawi/Mosambik/Tansania), Victoriasee, Omo-Fluss (Äthiopien), Nil-Zuflüsse, Mekong-Delta, Voltasee (Ghana), brasilianischer Nordeste
Vor der Reise: Beratung über Vermeidung von Süßwasserkontakt in Endemiegebieten; keine Prophylaxe verfügbar
Nach der Reise: Reisende mit Süßwasserkontakt serologisch screenen — 6–12 Wochen nach letztem Kontakt; bei positivem Ergebnis behandeln
Auch kurze Exposition ist riskant: Waten, Flussüberquerungen, Wassersport — alles ausreichend für Transmission
Gechlorte Pools und Salzwasser sind sicher
Statistiken und geografische Daten
Die Schistosomiasis ist nach Malaria die zweithäufigste parasitäre Erkrankung in tropischen Regionen. Die WHO schätzt, dass 251,4 Mio. Menschen 2021 eine präventive Behandlung benötigten. Die Erkrankung ist in 78 Ländern endemisch, >90 % der Fälle in Subsahara-Afrika. S. mansoni findet sich in Afrika, im Nahen Osten und in Teilen Südamerikas (Brasilien, Surinam). S. haematobium ist auf Afrika und den Nahen Osten beschränkt. S. japonicum persistiert in China, den Philippinen und Indonesien. Die Transmission ist fokal, bestimmt durch das Vorkommen spezifischer Süßwasserschneckenarten. Der Malawisee, der Victoriasee und das Nildelta sind bekannte Hochrisikogebiete für Reisende.
Wer am meisten gefährdet ist
Süßwasserkontakt in endemischen Gebieten, Kinder und Jugendliche (häufigster Wasserkontakt), berufliche Exposition (Fischer, Reisbauern), fehlende sanitäre Einrichtungen, Reisende ohne Immunität (schweres Katayama-Syndrom).
Mögliche Komplikationen
Komplikationen entstehen durch chronische Eiablagerung und granulomatöse Entzündung:
Hepatolienale Erkrankung: Periportale (Symmers-Pfeifenstiel-)Fibrose → portale Hypertension → Ösophagusvarizen → lebensbedrohliche obere GI-Blutung
Blasenkarzinom: S. haematobium ist als Karzinogen der Gruppe 1 klassifiziert (IARC)
assoziiert mit Plattenepithelkarzinom der Blase
Weibliche genitale Schistosomiasis (FGS): Zervikovaginale Granulome
erhöht das HIV-Akquisitionsrisiko 3-fach (WHO-Schätzung: 56 Mio. betroffene Frauen)
Obstruktive Uropathie: Hydronephrose, chronische Nierenerkrankung durch Ureterfibrose
Cor pulmonale: Pulmonale Hypertonie durch Eiembolisation in die Lungen
Neuroschistosomiasis: Selten
Querschnittsmyelitis (S. mansoni) oder zerebrale Granulome (S. japonicum)
Wachstumsverzögerung und kognitive Beeinträchtigung bei Kindern mit chronischer Infektion
Erwartete Ergebnisse und Genesung
Früh behandelt ausgezeichnete Prognose. Chronisch unbehandelt: progressive Organschäden (Leberfibrose, Niereninsuffizienz, Blasenkarzinom). S. haematobium ist IARC-Klasse-1-Karzinogen. ZNS-Schistosomiasis erfordert sofortige Behandlung.
Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Bildung. Sie stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an einen Arzt. Medova ist kein medizinischer Dienstleister. Diese Informationen stellen keine Werbung für Heilmittel im Sinne des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) dar.
Vollständige NutzungsbedingungenGeografische Verteilung und aktive Ausbrüche
Sie wissen, welche Impfung Sie brauchen? Perfekt. Nicht sicher? Geben Sie einfach Ihr Reiseziel an — wir finden die passenden Impfungen und eine Klinik. Kostenlos, unverbindlich.
| Hohes Risiko |
| South Sudan | Hohes Risiko |
| Sudan | Hohes Risiko |
| Côte d'Ivoire | Hohes Risiko |
| Sierra Leone | Hohes Risiko |
| Cameroon | Hohes Risiko |
| Niger | Hohes Risiko |