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Sterberisiko
Ja
Impfstoff verfügbar?
Zeit bis Symptome
Betroffene Länder
Aktive Ausbrüche
Impfung (ACWY-Konjugat) ist für Hadsch/Umrah-Pilger vorgeschrieben und für Reisen in den afrikanischen Meningitisgürtel (Sahelzone) in der Trockenzeit (Dezember–Juni) dringend empfohlen. Ausbrüche können in Gemeinschaftsunterkünften wie Wohnheimen und Militärkasernen auftreten.
Schwere bakterielle Infektion durch Neisseria meningitidis mit Hirnhautentzündung und/oder Sepsis. Unbehandelt Letalität bis 50 %; selbst unter Antibiotikatherapie 10–15 %.
Symptome | Häufigkeit | Schweregrad | Beginn |
|---|---|---|---|
| Fieber | 90% | Schwer | Frühphase |
| Hohes Fieber | 70% | Schwer | Frühphase |
| Reizbarkeit | 70% | Mäßig | Frühphase |
| Nackensteifigkeit | 75% | Schwer | Frühphase |
| Lichtempfindlichkeit | 60% | Mäßig | Frühphase |
| Starke Kopfschmerzen | 85% | Schwer | Frühphase |
| Erbrechen | 65% | Mäßig | Frühphase |
| Schüttelfrost | 55% | Mäßig | Frühphase |
| Müdigkeit | 50% | Leicht | Frühphase |
| Appetitlosigkeit | 55% | Leicht | Frühphase |
| Krankheitsgefühl | 50% | Leicht | Frühphase |
| Myalgie | 45% | Leicht | Frühphase |
| Übelkeit | 55% | Leicht | Frühphase |
| Arthralgie | 25% | Leicht | Frühphase |
| Rückenschmerzen | 20% | Leicht | Frühphase |
| Halsschmerzen | 25% | Leicht | Frühphase |
| Geschwollene Lymphknoten | 20% | Leicht | Frühphase |
| Verwirrtheit | 40% | Schwer | Höhepunkt |
| Petechien | 65% | Kritisch | Höhepunkt |
| Hautausschlag | 70% | Schwer | Höhepunkt |
| Bewusstseinsstörung | 30% | Kritisch | Höhepunkt |
| Blutergüsse | 25% | Schwer | Höhepunkt |
| Dehydratation | 35% | Mäßig | Höhepunkt |
| Hämorrhagie | 15% | Kritisch | Höhepunkt |
| Hypotonie | 30% | Kritisch | Höhepunkt |
| Krampfanfälle | 20% | Kritisch | Höhepunkt |
| Schock | 12% | Kritisch | Höhepunkt |
| Tachykardie | 60% | Mäßig | Höhepunkt |
Schwere bakterielle Infektion der Hirnhäute.
Die Meningokokken-Erkrankung wird durch Neisseria meningitidis verursacht — ein gramnegatives Diplokokkus. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (enger Kontakt, Husten, Küssen). 6 hauptsächliche krankheitsverursachende Serogruppen: A, B, C, W, X und Y. Das Bakterium kolonisiert den Nasopharynx (Trägertum bei 5–10 % der Bevölkerung, bis 25 % bei Jugendlichen). Bei empfänglichen Personen kann es zu Blutinvasion (Meningokokkämie) und/oder Meningitis kommen. Der Verlauf ist fulminant — vom ersten Symptom bis zum Tod können nur 24 Stunden vergehen.
Sofort Rettungsdienst (112) rufen bei:
Hohem Fieber mit starken Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit
Petechien oder Purpura, die unter Glasdruck NICHT verblassen (Glastest!)
Rascher Verschlechterung des Allgemeinzustands
Verwirrtheit, Somnolenz oder Bewusstlosigkeit
Lichtscheu mit Übelkeit/Erbrechen
Bei Säuglingen: gespannte Fontanelle, monotones Schreien, Trinkverweigerung, Reizbarkeit
JEDE Minutenverzögerung erhöht das Sterberisiko — sofort 112 rufen
Häufigste Anzeichen und Symptome
Inkubationszeit: 2–10 Tage (typisch 3–4 Tage). Das klinische Bild hängt von der Verlaufsform ab:
Meningokokken-Meningitis:
Akuter Beginn mit hohem Fieber und Schüttelfrost
Schwere Kopfschmerzen (stärkste Kopfschmerzen des Lebens)
Nackensteifigkeit (Kernig- und Brudziński-Zeichen)
Lichtscheu (Photophobie)
Übelkeit und Erbrechen (zentral bedingt)
Verwirrtheit, Somnolenz, Agitiertheit
Bei Säuglingen: gespannte Fontanelle, Reizbarkeit, monotones Schreien, Trinkverweigerung
Meningokokkämie (meningokokkale Sepsis):
Fieber mit rascher Verschlechterung des Allgemeinzustands
Petechien und Purpura (charakteristischer Ausschlag — verblasst NICHT unter Glasdruck)
Ausschlag kann rasch zu Purpura fulminans fortschreiten
Septischer Schock: kalte Extremitäten, Tachykardie, Hypotension, Oligurie
Extremitätenschmerzen (bei Kindern — Verweigerung des Gehens)
Mischform (Meningitis + Meningokokkämie): Häufigste klinische Präsentation.
Die Kenntnis der Symptome ist der erste Schritt zu einer schnellen Reaktion.
Typischer Krankheitsverlauf:
Kritisches Merkmal: Fulminante Meningokokkensepsis kann innerhalb von 12–24 Stunden von scheinbar guter Gesundheit zum Tod fortschreiten. Das nicht-wegdrückbare petechiale Exanthem ist ein Alarmzeichen, das sofortige Notfallversorgung erfordert.
Wie diese Krankheit diagnostiziert wird
MEDIZINISCHER NOTFALL — Behandlung nicht durch Diagnostik verzögern!
Blutkultur: VOR erster Antibiotikagabe abnehmen
positiv in 40–70 %
Liquoruntersuchung: Granulozytäre Pleozytose (>1.000 Zellen/μL), erniedrigte Glukose (<40 % der Blutglukose), erhöhtes Eiweiß (>1 g/L)
Gramfärbung: gramnegative Diplokokken in 50–80 %
PCR (crf/ctrA): Sensitivste Methode
ermöglicht Serogruppenbestimmung. Auch nach Antibiotikabeginn durchführbar.
Latexagglutination: Schnelltest auf Meningokokken-Antigene im Liquor
Procalcitonin/CRP: Stark erhöht
Procalcitonin >2 ng/mL suggestiv für Bakteriämie
Blutbild: Leukozytose mit Linksverschiebung
Thrombozytopenie bei Meningokokkämie (DIC)
Meldepflicht nach §6 IfSG (namentlich, innerhalb von 24 h).
Verfügbare Behandlungsmethoden
MEDIZINISCHER NOTFALL — sofort behandeln!
Empirische Antibiotikatherapie (vor Erregeridentifikation):
Ceftriaxon: 2 g i.v. alle 12 h (Erwachsene) oder 100 mg/kg/Tag (Kinder) — Mittel der Wahl
Cefotaxim: 2 g i.v. alle 4–6 h — Alternative
Bei Verdacht im Feld: Benzylpenicillin i.v./i.m. SOFORT (nicht auf Transport in Klinik warten)
Nach Identifikation von N. meningitidis:
Penicillin G 4 Mio. IE i.v. alle 4 h (bei Empfindlichkeit) × 7 Tage
Ceftriaxon × 7 Tage (bei Penicillinresistenz)
Supportive Therapie:
Dexamethason 0,15 mg/kg alle 6 h × 4 Tage — VOR oder MIT erster Antibiotikadosis beginnen (reduziert Hörverlust- und neurologisches Komplikationsrisiko)
Volumensubstitution bei septischem Schock
Vasopressoren bei refraktärer Hypotension
DIC-Therapie: Blutprodukte nach Indikation
Chemoprophylaxe der Kontaktpersonen:
Ciprofloxacin 500 mg p.o. einmalig (Erwachsene) oder Rifampicin 600 mg alle 12 h × 2 Tage
Ceftriaxon 250 mg i.m. einmalig (Schwangere)
Die meisten Fälle werden bei früher Diagnose wirksam behandelt.
Wie Sie sich schützen können
Impfung:
Konjugatimpfstoff ACWY (Menactra, Menveo, Nimenrix): Einzeldosis ab dem 2. Lebensjahr
Auffrischung nach 5 Jahren bei anhaltendem Risiko. Voraussetzung für Hajj/Umra-Visum (Saudi-Arabien).
Serogruppe-B-Impfstoff (Bexsero, Trumenba): 2–3-Dosen-Schema
empfohlen für Säuglinge, Jugendliche und Personen mit Asplenie oder Komplementdefekten.
Polysaccharidimpfstoff: Wird durch Konjugatimpfstoffe ersetzt — schlechtere Immunogenität und kein Einfluss auf Trägertum.
STIKO-Empfehlung: MenC im 12. Lebensmonat (Standard)
MenACWY und MenB — empfohlen bei Risikofaktoren, Reise in Endemiegebiete
Chemoprophylaxe (Kontaktpersonen): Ciprofloxacin/Rifampicin/Ceftriaxon innerhalb von 24 h nach Diagnose des Indexfalls.
Vorbereitung ist der beste Schutz.
Risiko für Reisende:
Pflichtimpfung ACWY: Saudi-Arabien verlangt sie für Hajj-/Umra-Pilger — Impfung ≥10 Tage vor Einreise
Afrikanischer Meningitisgürtel (Senegal–Äthiopien): ACWY-Impfung für alle Reisenden empfohlen, besonders in der Trockenzeit (XII–VI)
Universitätscampus: Studierende in Wohnheimen haben erhöhtes Risiko — MenACWY + MenB empfohlen
Geschlossene Gemeinschaften: Kasernen, Hostels, Mehrbettzimmer — enger Kontakt begünstigt Übertragung
Trägertum steigt unter beengten Verhältnissen — Flaschen, Becher und Besteck nicht teilen
Ausbrüche können plötzlich und ohne Vorwarnung auftreten — aktuelle Informationen auf der WHO-Website
Statistiken und geografische Daten
Die WHO schätzt ~500.000 Fälle invasiver Meningokokken-Erkrankung jährlich weltweit, mit ~50.000 Todesfällen.
Afrikanischer Meningitisgürtel (Senegal bis Äthiopien): Größte Epidemien (Serogruppe A, zunehmend W und X)
epidemische Inzidenz bis 1.000/100.000
Europa: Serogruppen B und C dominieren
Inzidenz 0,5–3/100.000
Jugendliche und junge Erwachsene am meisten gefährdet
Nordamerika: Serogruppen B, C, Y
Inzidenz ~0,3/100.000
Ausbrüche auf Universitätscampus
Naher Osten: Hajj/Umra-assoziiertes Risiko — Pflichtimpfung ACWY
Saisonalität: Im Meningitisgürtel — Trockenzeit (Dezember–Juni)
in gemäßigten Zonen — Winter/Frühling
Wer am meisten gefährdet ist
Reisen in den afrikanischen Meningitisgürtel (Subsahara-Afrika), Hadsch-Pilgerfahrt, Leben auf engem Raum (Wohnheime, Militärkasernen), Komplementdefizit oder Asplenie, Jugendliche und junge Erwachsene (15–24 Jahre), Säuglinge unter 1 Jahr, Exposition während Ausbrüchen.
Mögliche Komplikationen
Frühkomplikationen:
Purpura fulminans: DIC mit Haut- und Gewebenekrosen
kann Amputationen erfordern
Septischer Schock: Multiorganversagen
Letalität 30–50 %
Hirnödem: Einklemmung — ohne Intervention letal
Waterhouse-Friderichsen-Syndrom: Hämorrhagische Nebennierennekrose
akute Nebenniereninsuffizienz
Spätkomplikationen:
Hörverlust: 5–10 % der Überlebenden (sensorineural, oft bilateral)
Neurologische Defizite: Kognitive Einschränkungen, Epilepsie, Paresen (10–20 %)
Amputationen: Nach Purpura fulminans — Prothesenversorgung notwendig
Nierenversagen: Akute Tubulusnekrose (im Rahmen von Schock/DIC)
Gesamtletalität: 10–15 % unter Therapie
50 % ohne Behandlung
Erwartete Ergebnisse und Genesung
Mit Behandlung: Letalitätsrate 8–15 % (Meningitis), 20–40 % (Meningokokkämie/Sepsis).
Ohne Behandlung: Nahezu 100 % tödlich.
Folgeschäden bei Überlebenden:
Hörverlust: 5–10 %.
Neurologische Defizite: 10–20 % (kognitive Beeinträchtigung, Krampfanfälle, motorische Defizite).
Extremitätenamputation (durch Purpura fulminans/DIC): 5–10 % der Meningokokkämie-Überlebenden.
Nierenschädigung, Nebennierenblutung (Waterhouse-Friderichsen-Syndrom).
Prognostische Faktoren: Alter <1 Jahr oder >60 Jahre, rasche Progression, Meningokokkämie ohne Meningitis, DIC und Koma sagen schlechte Verläufe voraus.
Genesung: Überlebende ohne schwere Folgeschäden genesen in der Regel innerhalb von 2–4 Wochen vollständig.
Diese Krankheit ist durch Impfung vermeidbar. Ein wirksamer Schutz ist verfügbar.
Sprechen Sie vor Ihrer Reise mit einem Reisemediziner über den empfohlenen Impfplan.
Impfklinik finden →Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Bildung. Sie stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an einen Arzt. Medova ist kein medizinischer Dienstleister. Diese Informationen stellen keine Werbung für Heilmittel im Sinne des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) dar.
Vollständige NutzungsbedingungenGeografische Verteilung und aktive Ausbrüche
Aktuelle epidemiologische Daten vom Global Health Observatory der WHO.
Quelle: WHO GHO OData ↗
Quelle: WHO GHO OData ↗
Diese Daten dienen nur zu Informationszwecken. Bitte konsultieren Sie offizielle WHO-Quellen.
WHO-Datenquelle anzeigen →| Flagge | Land | Risikograd |
|---|---|---|
| Kamerun | Hohes Risiko | |
| Ghana | Hohes Risiko | |
| Nigeria | Hohes Risiko | |
| Südsudan | Hohes Risiko | |
| Benin | Hohes Risiko | |
| Burkina Faso | Hohes Risiko | |
| Mali | Hohes Risiko | |
| Sudan | Hohes Risiko | |
| Niger | Hohes Risiko | |
| Zentralafrikanische Republik | Hohes Risiko |
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