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Das Risiko ist in Südasien, Subsahara-Afrika und Teilen Südostasiens am höchsten. Die Impfung reduziert das Risiko um 50–80 %. Achten Sie auf Lebensmittel- und Wasserhygiene. Suchen Sie ärztliche Hilfe bei anhaltendem hohem Fieber (>38,5 °C) über mehr als 3 Tage.
Systemische bakterielle Infektion durch Salmonella Typhi, übertragen durch kontaminierte Lebensmittel und Wasser. Ein erhebliches Reisegesundheitsrisiko in Südasien mit ~11 Mio. Fällen jährlich.
Symptome | Häufigkeit | Schweregrad | Beginn |
|---|---|---|---|
| Fieber | 99% | Mäßig | Frühphase |
| Kopfschmerzen | 80% | Leicht | Frühphase |
| Krankheitsgefühl | 75% | Leicht | Frühphase |
| Schüttelfrost | 55% | Leicht | Frühphase |
| Müdigkeit | 65% | Leicht | Frühphase |
| Appetitlosigkeit | 70% | Leicht | Frühphase |
| Myalgie | 60% | Leicht | Frühphase |
| Bradykardie | 40% | Leicht | Höhepunkt |
| Hepatomegalie | 55% | Leicht | Höhepunkt |
| Hohes Fieber | 97% | Schwer | Höhepunkt |
| Makulopapulöser Ausschlag | 20% | Leicht | Höhepunkt |
| Splenomegalie | 40% | Leicht | Höhepunkt |
| Bauchschmerzen | 50% | Leicht | Höhepunkt |
| Blähungen | 30% | Leicht | Höhepunkt |
| Verstopfung | 35% | Leicht | Höhepunkt |
| Dehydratation | 30% | Mäßig | Höhepunkt |
| Durchfall | 40% | Leicht | Höhepunkt |
| Übelkeit | 25% | Leicht | Höhepunkt |
| Erbrechen | 20% | Leicht | Höhepunkt |
| Dunkler Urin | 15% | Leicht | Höhepunkt |
| Verwirrtheit | 15% | Schwer | Spätphase |
| Gewichtsverlust | 30% | Mäßig | Spätphase |
| Blut im Stuhl | 4% | Schwer | Spätphase |
Bakterielle Infektion durch verunreinigte Lebensmittel und Wasser.
Typhus abdominalis ist eine lebensbedrohliche systemische Infektion durch Salmonella enterica Serovar Typhi, ein gramnegatives Bakterium, das ausschließlich beim Menschen vorkommt. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral — durch kontaminiertes Wasser, von Trägern zubereitete Nahrung oder direkten Kontakt. Das Bakterium durchdringt das Darmepithel, breitet sich in retikuloendotheliale Organe aus (Leber, Milz, Knochenmark, Lymphknoten) und verursacht eine anhaltende Bakteriämie. Unbehandelt beträgt die Letalität 10–30 %; bei adäquater Antibiotikatherapie <1 %. Paratyphus (S. Paratyphi A, B, C) verursacht ein klinisch ähnliches, aber in der Regel milderes Krankheitsbild.
Sofort ärztliche Notfallhilfe suchen bei:
Anhaltendem hohen Fieber (>39 °C), das auf Antipyretika nicht anspricht
Plötzlichem starken Bauchschmerz (mögliche Darmperforation — chirurgischer Notfall)
Blutigem oder schwarz-teerigem Stuhl (Darmblutung)
Verwirrtheit, Delir oder Bewusstseinsveränderung
Zeichen eines Schocks: schneller Puls, niedriger Blutdruck, kaltschweißige Haut
Anhaltendem Erbrechen mit Unfähigkeit zur Flüssigkeitsaufnahme
Häufigste Anzeichen und Symptome
Inkubationszeit: 6–30 Tage (typisch 8–14). Der klassische Verlauf zeigt ein stufenförmiges Muster:
Woche 1:
Schrittweiser Fieberanstieg in „Treppenform" auf 39–40 °C
Frontale Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Myalgien
Relative Bradykardie (Puls-Temperatur-Dissoziation — Faget-Zeichen)
Trockener Husten bei ~30 % der Patienten
Obstipation (bei Erwachsenen initial häufiger als Diarrhoe)
Woche 2:
Anhaltendes hohes Fieber (40–41 °C)
Roseolen: blasse, lachsfarbene makulopapulöse Effloreszenzen am Stamm (bei 5–30 % sichtbar)
Meteorismus und Druckempfindlichkeit des Abdomens
Hepatosplenomegalie
Diarrhoe („Erbsensuppenstühle") kann auftreten
Bewusstseinstrübung oder Delir in schweren Fällen („Status typhosus")
Woche 3 (unbehandelt):
Zunehmende Schwäche und Gewichtsverlust
Höchstes Risiko für Darmblutung oder Perforation
Lebensbedrohliche Komplikationen möglich
Woche 4+: Schrittweise Entfieberung bei Überleben. 1–5 % werden chronische Dauerausscheider (Gallenblasenkolonisation).
Die Kenntnis der Symptome ist der erste Schritt zu einer schnellen Reaktion.
Die Krankheit kann von mild bis schwer verlaufen, mit Komplikationen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.
Wie diese Krankheit diagnostiziert wird
Die definitive Diagnose erfordert die Isolierung von S. Typhi:
Blutkultur: Goldstandard
in 40–80 % während Woche 1 positiv (Sensitivität sinkt unter Antibiotika). Vor Antibiotikagabe abnehmen.
Knochenmarkkultur: Sensitivste Methode (80–95 %)
auch nach Antibiotikaexposition positiv. Schweren Fällen vorbehalten.
Stuhl-/Urinkultur: Ab Woche 2 positiv
nützlich zur Trägerdetektion
Widal-Test: Weist Anti-O- und Anti-H-Agglutinine nach
weit verbreitet, aber geringe Sensitivität/Spezifität — NICHT als alleinige Diagnostik empfohlen
Typhidot/TUBEX (IgM-Schnelltests): Sensitivität 60–85 %
nützlich in ressourcenlimitierten Settings
Blutbild: Typische Leukopenie (keine Leukozytose)
Thrombozytopenie bei schwerem Verlauf
erhöhte Leberwerte
Resistenztestung ist essenziell — multiresistenter (MDR) und extensiv resistenter (XDR) Typhus ist eine wachsende globale Bedrohung. Meldepflicht nach §6 IfSG.
Verfügbare Behandlungsmethoden
Antibiotikatherapie (definitive Behandlung):
Unkompliziert (empfindlich): Fluorchinolone — Ciprofloxacin 500 mg 2×/Tag × 7–14 Tage (Erstlinientherapie bei Empfindlichkeit); Azithromycin 1 g Tag 1, dann 500 mg × 5–7 Tage (WHO-Präferenz für unkomplizierten Verlauf)
MDR-Typhus: Azithromycin oder Cephalosporine (Ceftriaxon 2 g i.v. 1×/Tag × 10–14 Tage)
XDR-Typhus (Ceftriaxon-resistent): Azithromycin + Carbapeneme (Meropenem); prävalent in Pakistan (Punjab/Sindh — anhaltender XDR-Ausbruch seit 2016)
Schwer/kompliziert: Ceftriaxon 2 g i.v. + Dexamethason 3 mg/kg, dann 1 mg/kg alle 6 h × 48 h
Supportive Therapie:
Orale oder intravenöse Rehydratation
Antipyretika (Aspirin vermeiden — Blutungsrisiko)
Chirurgische Konsultation bei Verdacht auf Darmperforation
Kontrollstuhlkulturen zur Bestätigung der Eradikation
Die meisten Fälle werden bei früher Diagnose wirksam behandelt.
Wie Sie sich schützen können
Impfung:
Vi-Polysaccharid (injizierbar — Typhim Vi, Typbar-TCV): Einzeldosis i.m. ≥2 Wochen vor Reise
Wirksamkeit ~55–72 %
Auffrischung alle 3 Jahre. TCV (Konjugatimpfstoff) ab 6. Lebensmonat zugelassen.
Ty21a (oral — Vivotif): 4 Kapseln an alternierenden Tagen
Wirksamkeit ~50–67 %
Auffrischung alle 5 Jahre. Nicht bei gleichzeitiger Antibiotikaeinnahme/Malariaprophylaxe (Mefloquin). Kühllagerung erforderlich.
Typhus-Konjugatimpfstoff (TCV): WHO-präqualifiziert 2018
Einzeldosis ab 6 Monaten
Wirksamkeit ~82 %.
Impfung ersetzt NICHT Lebensmittel-/Wasserhygiene — Wirksamkeit beträgt 50–80 %.
Lebensmittel- und Wasserhygiene:
„Kochen, braten, schälen — oder vergessen"
Straßenessen, rohe Salate, nicht-pasteurisierte Milchprodukte und Eiswürfel in Getränken meiden
Abgefülltes/abgekochtes Wasser trinken
Vorbereitung ist der beste Schutz.
Risiko für Reisende:
Sehr hohes Risiko: Indien (insbesondere Subkontinent), Pakistan (XDR), Bangladesch, Nepal
Hohes Risiko: Indonesien, Philippinen, Subsahara-Afrika, Ägypten
Vor JEDER Reise nach Südasien impfen lassen — auch Kurzreisen bergen Risiko
Typhusimpfung bietet nur 50–80 % Schutz — Lebensmittel-/Wasserhygiene ist UNERLÄSSLICH
Orale Rehydratationssalze mitnehmen; Azithromycin als Standby-Therapie erwägen (vorher mit Reisemediziner besprechen)
Bei Reise nach Pakistan: XDR-Typhus beachten — Azithromycin ist die einzige zuverlässige orale Option
Reisende mit anhaltendem Fieber (>38 °C für >3 Tage) nach Rückkehr aus Südasien sollten Reiseanamnese angeben und Blutkulturen anfordern
Statistiken und geografische Daten
Die WHO schätzt 11–21 Mio. Fälle und 128.000–161.000 Todesfälle jährlich (GBD-Daten 2019). Höchste Inzidenz in Süd- und Südostasien:
Südasien: Indien, Pakistan, Bangladesch, Nepal — Inzidenz >100/100.000/Jahr
XDR-Typhus breitet sich seit 2016 in Pakistan aus
Subsahara-Afrika: Wachsende Erkenntnis der hohen Krankheitslast
TCV-Einführung läuft
Südostasien: Indonesien, Philippinen, Vietnam — moderate Inzidenz
Lateinamerika: Rückgang durch verbesserte Sanitäranlagen, aber fokale Ausbrüche persistieren
Reise-assoziierter Typhus: ~500 Fälle/Jahr in den USA (70 % aus Südasien)
Wer am meisten gefährdet ist
Reisen in Endemiegebiete, Verzehr kontaminierter Nahrung oder Wasser, schlechte Hygiene.
Mögliche Komplikationen
Unbehandelter Typhus hat eine Letalität von 10–30 %. Hauptkomplikationen:
Darmblutung: Bei 1–4 % in Woche 2–3
äußert sich als Meläna oder Hämatochezie
kann hämorrhagischen Schock verursachen
Darmperforation: 1–3 % der Fälle
typisch ileal
erfordert Notfalloperation
Mortalität 30–60 % selbst unter Therapie
Hepatitis/Leberabszess: Erhöhte Transaminasen bei ~50 %
manifeste Hepatitis bei 5 %
Myokarditis: Selten, aber potenziell letal
Tachykardie, Hypotension, EKG-Veränderungen
Enzephalopathie (Typhuspsychose): Delir, Verwirrtheit, Somnolenz
hohe Mortalität
Chronisches Trägertum: 1–5 % scheiden S. Typhi >1 Jahr aus
bedeutendes Public-Health-Problem — behandelbar mit prolongierter Antibiotikatherapie ± Cholezystektomie
Rezidiv: 5–20 % der Behandelten erleiden 2–3 Wochen nach Entfieberung ein Rezidiv
Erwartete Ergebnisse und Genesung
Die Prognose ist bei frühzeitiger Behandlung gut. Ohne Behandlung kann die Sterblichkeit 10-30% betragen.
Diese Krankheit ist durch Impfung vermeidbar. Ein wirksamer Schutz ist verfügbar.
Sprechen Sie vor Ihrer Reise mit einem Reisemediziner über den empfohlenen Impfplan.
Impfklinik finden →Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Bildung. Sie stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an einen Arzt. Medova ist kein medizinischer Dienstleister. Diese Informationen stellen keine Werbung für Heilmittel im Sinne des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) dar.
Vollständige NutzungsbedingungenGeografische Verteilung und aktive Ausbrüche
| Flagge | Land | Risikograd |
|---|---|---|
| Nigeria | Hohes Risiko | |
| Äthiopien | Hohes Risiko | |
| Kongo-Kinshasa | Hohes Risiko | |
| Afghanistan | Hohes Risiko | |
| Myanmar | Hohes Risiko | |
| Nepal | Hohes Risiko | |
| Bangladesch | Hohes Risiko | |
| Pakistan | Hohes Risiko | |
| Indien | Hohes Risiko | |
| Senegal | Hohes Risiko |
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